Die Handball-Frauen des Frankfurter HC haben das letzte Spiel der Hauptrunde am Sonnabend bei Pfeffersport Berlin mit 26:20 (12:11) gewonnen. Mit abermals nominell reduziertem Personal standen sich die Oderstädterinnen nach gutem Start und schneller 6:2-Führung jedoch oft selbst im Weg. Immer wieder konnten die Hauptstädterinnen so die insgesamt 36 Offensivfehler des FHC nutzen und die Partie bis zur 46. Minute (17:17) ausgeglichen gestalten. Dann erst spielten die Frankfurterinnen ihre individuellen und konditionellen Vorteile aus und verbuchten das bessere Ende für sich. Erfolgreichste Werferin beim Sieger war Jessica Koconrek mit acht Treffern.
Emy-Jane Hürkamp hatte an ihrem 18. Geburtstag das Torewerfen nach dreißig Sekunden eröffnet. Der mit 12 Spielerinnen angereiste FHC wirkte hellwach und hatte gegen anfangs überforderte Gastgeberinnen und Toren von Monika Odrowska, Anja Ziemer, Jessica Koconrek und Maxie Fuhrmann bereits nach sechs Minuten eine komfortable Vier-Tore-Führung herausgeworfen. Diese hielt bis zum 9:5 nach siebzehn Minuten, ehe die Konzentration zusehends schwand. Technische- und Zuspielfehler, Lattentreffer, Kreisübertretungen und Konzentrationsmängel in der Deckung kosteten nicht nur den Vorsprung, die Berlinerinnen wendeten das Blatt mit einem Fünf-Tore-Lauf sogar kurzzeitig zum 10:9 (24.).
„Mit unseren Fehlern haben wir den Gegner wieder aufgebaut“, resümierte Wolfgang Dahlmann treffend wie enttäuscht. Als die eingewechselte Lin Lück nach der Pause aus dem Rückraum zum 13:11 für den FHC traf, schien Besserung in Sicht. Doch dem war (noch) nicht so. Technische Fehler, vergebene freie Würfe und Siebenmeter nutzten die Hauptstädterinnen abermals, um sich in der niveauarmen Partie bis zum 17:16 eine Viertelstunde vor dem Ende einen Vorsprung zu erspielen.
Erst als Torhüterin Ashley Busse sich steigerte, bei den Gastgeberinnen die Kräfte schwanden und die Frankfurterinnen die sich ergebenden Chancen endlich konsequenter nutzten, kippte die Partie in die erwartete Richtung. Fünf FHC-Tore in Folge, erzielt durch Lin Lück, zwei verwandelten Strafwürfen von Gerda Kairyte sowie Kontern von Jessica Koconrek und Emy-Jane Hürkamp brachten die Gäste beim 21:17 sechs Minuten vor Ultimo endgültig auf die Siegerstraße.
Bei aller teils berechtigter Kritik dürfen die personellen Probleme aber nicht unerwähnt bleiben. Neben einer ohnehin schon hohen Wettkampfdichte waren die Oderstädterinnen zeitgleich mit beiden Frauenmannschaften sowie der B-Jugend zu Auswärtsspielen in Berlin, Schwedt und Magdeburg unterwegs. Krankheitsbedingt fehlten Michelle Strauß, Sandra Szary, Fabienne Fournier und Kira Mahn. Zudem wurden die Verträge mit Beatrice Zacharias und Alla Chernyshkova in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst.
Erfreulich ist neben dem letztlich ungefährdeten Sieg in Berlin, dass auch das Juniorteam mit nur acht Spielerinnen einen 26:23-Erfolg im Spitzenspiel bei der SG Uckermark feierte und damit dem Aufstieg in die Oberliga Ostsee-Spree einen riesengroßen Schritt nähergekommen ist. Die B-Jugend unterlag zwar (mit neun Aktiven) knapp mit 13:14 beim HSV Magdeburg, geht aber als Sieger aus der hochklassig besetzten Regionalliga Nordost hervor und steht im Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft.
Stimmen zum Spiel
Wolfgang Dahlmann (Trainer Frankfurter HC)
Zwar laufen wir nicht Gefahr hier zu verlieren, aber diese gehäufte Anzahl von Technik-/Regelfehlern ist schon erschreckend und schwer zu erklären. Das sind die einfachsten Dinge, unerzwungene Fehler, ohne Not und Gegenwehr spielen wir dem Gegner den Ball in die Hände. Es ist ja nicht so, dass wir das nicht trainieren. Aber das sind Basistechniken. Und auch das zieht sich wie ein roter Faden, wir vergeben zu viele freie Würfe aus dem Nachwurfbereich. Da müssen wir uns für die guten Aktionen, die zu diesem Stellungsvorteil geführt haben, auch belohnen. Da müssen wir im Training noch einmal den Hebel ansetzen, in der Hoffnung, dass sich das stabilisiert.
Statistik:
Frankfurter HC: Mandy Schneider, Ashley Busse – Anja Ziemer 3, Jessica Jander, Gerda Kairyte 3 (2/2), Monika Odrowska 4 (3/4), Emy-Jane Hürkamp 2, Maxie Fuhrmann 2, Michéle Dürrwald 2, Lin Lück 2, Gina Kaczmarek, Jessica Koconrek 8, Trainer: Wolfgang Dahlmann.
Siebenmeter: Berlin 2/1, FHC 6/5, Zeitstrafen: Berlin 4, FHC 2
Schiedsrichter: Felix Pusch, Stefan Weiße (Radebeul)
Zuschauer: 50
Spielfilm: 2:5 (5.), 4:7 (10.), 5:8 (15.), 8:9 (20.), 10:9 (25.), 11:12 (HZ), 12:14 (35.), 14:14 (40.), 17:16 (45.), 17:18 (50.), 18:22 (55.), 20:26 (EN).








