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„Diese Niederlage wirft uns nicht um"

FHC kassiert schmerzliche 29:30-Niederlage

Frankfurt (Oder), 19.10.2019 - Brandenburghalle - Handball - Frauen 3. Bundesliga-Staffel Nord FHC vs Buxtehuder SV II 29:30 Enttaeuschung und ein paar Traenchen bei Kathleen Mueller und Elisa Schmidt (links).

Beim Frankfurter HC hat man trotz des knappen 29:30 gegen Spitzenreiter Buxtehuder SV II den Aufstieg noch nicht abgehakt. Vor allem die Einstellung in der zweiten Halbzeit stimmt optimistisch. Ein einziges Tor fehlte den Frankfurterinnen am Ende zum Punktgewinn gegen den Tabellenführer der 3. Liga Nord. Dennoch wollten die Spielerinnen nach dem 29:30 (15:18) gegen den Buxtehuder SV II nicht mit dem Schicksal oder fehlendem Glück hadern, sondern schrieben die erste Heimniederlage der laufenden Saison vor allem ihrem schwachen Auftritt in der ersten Halbzeit zu.

„Wir sind sehr schwer ins Spiel gekommen. Unsere Abwehr ist nicht richtig reingegangen und so sind wir immer weiter in Rückstand geraten“, sagte Rechtsaußen Anja Ziemer, die mit zehn Toren – davon sieben Siebenmeter – die treffsicherste Frankfurterin am Samstagnachmittag in der mit 668 Zuschauern gut gefüllten Brandenburg-Halle war. In dem mit Spannung erwarteten Spitzenspiel entwickelte sich von Beginn an eine intensive und packende Partie. Die Gastgeberinnen konnten zwar mit 1:0 und kurz darauf mit 2:1 vorlegen, doch nach gut zwei Minuten sollte dies ihre letzte Führung an diesem Tag gewesen sein. Denn in der Folge zog die junge Bundesliga-Reserve des BSV ihr schnelles Spiel auf und traf vor allem von den Außenpositionen nach Belieben. „In einigen Situationen müssen wir uns cleverer anstellen. Auch die beiden Torhüterinnen haben heute nicht das abgerufen, was sie können“, analysierte Ziemer.

In der Tat: Während Buxtehudes Torfrau Jule Nitt einen starken Tag erwischte und zahlreiche FHC-Angriffe vereiteln konnte, bekamen die Frankfurter Keeperinnen Valeryia Kurliandchyk und Mandy Schneider kaum einmal die Hand an den Ball. „Wir waren sehr aufgeregt vor diesem Spitzenspiel. Der Druck war vielleicht einfach zu groß“, gestand Mandy Schneider. „Dabei haben wir gut trainiert und wurden auch gut vom Trainer auf den Gegner eingestellt. Aber die Absprachen mit der Abwehr waren nicht stimmig, unsere Leistungssteigerung kam heute zu spät“, meinte die 24-jährige Schlussfrau, die nach mehreren Spielen überwiegend auf der Bank erstmals wieder mehr Einsatzzeit bekam. „Wir haben so versucht, neuen Schwung hereinzubringen. Aber der Druck war deswegen für mich natürlich besonders groß.“

Mit ihrem schnörkellosen und konzentrierten Offensivspiel konnten die Gäste aus Niedersachsen vor der Pause auf bis zu sieben Tore wegziehen und sahen schon wie der sichere Sieger aus (8:15/23.). Kaum ein Ball ging beim BSV verloren, kaum ein Angriff wurde vergeben. Doch der FHC fing sich wieder und lag zur Halbzeit mit erträglichen drei Treffern in Rückstand. „Im ersten Abschnitt waren wir überhaupt nicht da, 18 Gegentreffer in einer Halbzeit sind eindeutig zu viel. Da hat es bei uns an Einstellung und Aggressivität gefehlt. Die Leistung der Torhüterinnen steht auch in Wechselwirkung mit der Abwehr“, sagte FHC-Trainer Dietmar Schmidt.

Nach dem Seitenwechsel trat der Gastgeber zielstrebiger auf und konnte Treffer um Treffer aufholen. Den Buxtehuderinnen hingegen ging nach und nach etwas die Luft aus, so dass auch sie den ein oder anderen leichtfertigen Ballverlust hinnehmen mussten. 24:28 hieß es in der 53. Minute – ehe die Frankfurterinnen binnen knapp drei Minuten mit vier Toren in Folge tatsächlich zum umjubelten 28:28-Ausgleich kamen – diesen markierte die pfeilschnelle Michéle Dürrwald mit ihrem achten Treffer (57.).

Doch nach dem 28:29 sah die 23-Jährige nach ihrer dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Die cleveren Gäste nutzten die Überzahl und erzielten in der 59. Minute ihren 30. Treffer. Monika Odrowskas viertes Tor neun Sekunden vor dem Ende zum 29:30 kam zu spät. „Schade, vor allem weil heute so viele Zuschauer da waren. Wir haben zwar gut gekämpft, aber in der Abwehr nicht gestanden. Das war einfach zu wenig“, sagte Odrowska.

Große Freude herrschte hingegen bei den Gästen. „In Frankfurt zu gewinnen, ist sehr, sehr schwer. Wir sind hierher gefahren, um ein gutes Spiel zu machen. Frankfurt ist sehr stark im Eins-gegen-Eins und in der Tiefe, aber wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und ich bin wahnsinnig stolz auf meine junge Mannschaft“, sagte BSV-Trainerin Heike Axmann.

Auf der Gegenseite blieb Linksaußen Jessica Jander mit nur einem Treffer wie viele ihrer Mannschaftskolleginnen hinter den Erwartungen zurück. „Wir haben den Anfang verschlafen. Dabei wollten wir zeigen, dass wir die Hausherren sind. Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff bekommen, da müssen wir einfach mehr zupacken. Der Gegner hat die ganze Zeit das Spiel gemacht und war schnell und beweglich. Daher bin ich auch stolz auf uns, dass wir zurückgekommen sind. Schade, dass es nicht wenigstens zum Unentschieden gereicht hat“, sagte Jander, die von einem herben Rückschlag im Aufstiegsrennen sprach. „Jetzt müssen wir noch mehr Willen zeigen und in jedem Spiel alles geben.“

Auch Mandy Schneider blickte bereits nach vorn. „Diese Niederlage wirft uns nicht um. Wir glauben noch definitiv an uns und geben den Rest der Saison noch alles“, sagte die Torhüterin. Für den FHC bedeutet die knappe Niederlage im Rennen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga einen Dämpfer, mit nun sechs Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze fällt man auf Tabellenrang 5 zurück. Da Buxtehude als zweite Mannschaft nicht aufsteigen kann, würde allerdings auch Rang 2 für das selbst erklärte Saisonziel genügen. „Wir haben noch genügend Spiele und es ist nach wie vor noch alles offen“, bleibt auch Trainer Dietmar Schmidt optimistisch. Die nächste Gelegenheit zum neunten Saisonsieg gibt es am Sonntag um 17 Uhr beim Tabellenvorletzten HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen.

Frankfurter HC: Valeryia Kurliandchyk, Isabell Gerlach, Mandy Schneider – Anja Ziemer 10 (7/8), Julia Hinz, Cora Bertram, Kamila Szczecina 2, Michelle Strauß 1, Jessica Jander 1, Monika Odrowska 4 (1/2), Michéle Dürrwald 8, Sophie Pickrodt 1, Kathleen Müller 1, Anny Philipp, Elisa Schmidt 1, Pauline Wagner

Siebenmeter: FHC 8/10, BSV 4/6 – Zeitstrafen: FHC 4 und 1 Rote Karte, BSV 4
Schiedsrichter: David Große, Maik Hornuff
Zuschauer: 668

Quelle: Märkische Oderzeitung vom 27.01.2020, Hubertus Rößler

Schlagwörter: Dritte Liga

 fhc am  27. Januar 2020 - 08:22 Uhr    

01 Buxtehuder SV II 16 81 27:5
02 TV Hannover-Badenstedt 16 97 26:6
03 Frankfurter HC 16 47 24:8
04 HSG Jörl DE Viöl 16 50 20:12
05 MTV Heide 16 23 20:12
06 SC Alstertal-Langenhorn 16 4 17:15
07 SV Henstedt-Ulzburg 16 -21 14:18
08 TSV Wattenbek 16 10 12:20
09 VfL Oldenburg II 16 -58 11:21
10 HG O-K-T 16 -34 9:23
11 TV Oyten 16 -69 8:24
12 Hannoverscher SC 16 -130 4:28

17. Spieltag

Frankfurter HC 00:00 TSV Wattenbek 07.03.20 | 16:00 Uhr | Brandenburg-Halle

Nächstes Spiel

HSG Jörl DE Viöl gegen Frankfurter HC 14.03.20 | 16:45 Uhr | Viöl


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