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Trainer aus Leidenschaft

FHC startet mit Torsten Feickert in die Vorbereitung

Torsten feickert

Ein modisches Basecap auf dem Kopf, das Smartphone in der Hand. Wenn Torsten Feickert über das Gelände des Olympiastützpunktes geht, würde man ihn auf den ersten Blick nicht unbedingt als neuen Trainer des Frankfurter Handballclubs ausmachen. Mit 39 Jahren und seiner jugendlichen Art ist er auch ein wenig der Gegenentwurf seiner beiden Vorgänger auf der Position – Dietmar Schmidt ist 68 Jahre alt, Wolfgang Pötzsch 72. Doch bei aller Lockerheit, auf und neben dem Spielfeld gibt es für Feickert klare Hierarchien. „Der sportliche Respekt muss in der Halle gegeben sein. Aber natürlich versuche ich, viel mit den Mädels zu kommunizieren und nah dran zu sein“, sagt er.

Bereits seit Mai ist Torsten Feickert als Trainer des Landesstützpunktes Handball weiblich am Olympiastützpunkt angestellt, unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte er allerdings noch kein normales Training abhalten, die Mannschaft des ambitionierten Drittligisten hat er aber schon kennengelernt. „Ich habe mit fast allen Spielerinnen Einzelgespräche geführt. Dabei habe ich sie auch gefragt, was in der letzten Saison gut und was schlecht gelaufen ist und was sie von sich künftig erwarten“, berichtet er.

Vorfreude auf Trainingsauftakt

Gezwungenermaßen wurde viel im athletischen Bereich gearbeitet, im Juni konnte dann unter Auflagen wieder in der Halle trainiert werden. „Seit dem 22. Juni sind die Spielerinnen im Homeoffice und haben dafür ihre individuellen Trainingspläne“, sagt Feickert, der die trainingsfreie Zeit zum ausführlichen Videostudium der vergangenen Rückrunde nutzt. „Der Vorteil ist, dass die Mannschaft im Grundkern zusammenbleibt. Auch die sportliche Hierarchie ist vorhanden, Monika Odrowska und Michéle Dürrwald sind die klaren Taktgeber in der Mannschaft.“

Nach dem eingeschränkten Training und unzähligen Fitness-Einheiten freuen sich nun alle Beteiligten umso mehr auf den Trainingsauftakt am Montag. „Nach der langen Zwangspause müssen sich alle erst einmal wieder auf dem Platz zurechtfinden, daher werden wir viel mit dem Ball arbeiten.“ Wann und in welcher Staffel der 3. Liga dann gespielt wird, klärt die Spielkommission bei ihrer Sitzung am Samstag. „Ich hätte nichts dagegen, wieder in die Nord-Staffel zu kommen. Da stehen zwar lange Fahrten an, aber ich kenne viele der gegnerischen Mannschaften gut“, erklärt Feickert, der zuletzt bei Fortuna Neubrandenburg als Sportlicher Leiter und Trainer der Oberliga-Frauen sowie der weiblichen A- und B-Jugend angestellt war. Allerdings trennte man sich nach nur einem halben Jahr – in beiderseitigem Einvernehmen. „Wir hatten einfach unterschiedliche Auffassungen der sportlichen Ausrichtung des Vereins. Zeitgleich habe ich die Stellenausschreibung aus Frankfurt gesehen und mich hier beworben.“

Auf seinen neuen Verein hält er große Stücke. „Der FHC ist als ehemaliger Deutscher Meister ein echter Traditionsverein. Ich freue mich sehr, einen Club mit einer so großen Fan-Base trainieren zu dürfen. Die Erwartungshaltung ist bei allen groß, wir wollen am Ende der Saison aufsteigen“, sagt Feickert, schränkt aber ein: „Natürlich kann es immer eine andere Mannschaft geben, die noch mehr investiert hat und eine perfekte Saison spielt. Wenn man dann mit vier Minuspunkten Zweiter wird, war es trotzdem eine starke Saison.“

Professionelle Strukturen

Auch das Umfeld hat Torsten Feickert überzeugt. „Man kennt den FHC bundesweit für seine gute Jugendarbeit. Hier gibt es Strukturen, von denen können selbst viele Bundesligisten nur träumen. Die Sportschülerinnen können neunmal in der Woche trainieren, die anderen fünfmal. Diesen Unterschied zu den anderen Teams muss man auch im Spiel sehen – vor allem im athletischen Bereich“, sagt der gebürtige Magdeburger, dem anzumerken ist, für sehr er für den Handball brennt. „Wir wollen 60 Minuten Tempo gehen. Der athletische Teil ist daher die Basis für den Handball, den wir spielen wollen.“

Er setzt auf eine schnelle und attraktive Spielweise. „Bei diesem kontrollierten Tempospiel sollen möglichst alle Spielerinnen Verantwortung tragen. Das macht unser Spiel gleichzeitig unberechenbarer. Wir wollen pro Spiel bis zu 70 Angriffe haben, bisher waren es etwa 50 bis 55. Wir werden dadurch mehr Tore werfen, aber auch mehr Tore kassieren. Daher messe ich meine Abwehr auch nicht an der Anzahl der Gegentreffer.“ Wichtig für diese kräftezehrende Spielweise ist neben Kondition auch eine breite Basis an Spielerinnen. „Die Bank muss da sein, darf von der ersten Sieben nicht stark abfallen“, sagt der Trainer-Stratege. Er hat daher auch die Aufstellung einer zweiten Frauen-Mannschaft, die künftig in der Verbandsliga startet, mit vorangetrieben. „Sie ist ausbildungsorientiert, dort können Spielerinnen, die bei uns wegen Verletzungen oder anderen Gründen nicht so zum Zuge kommen, Spielpraxis sammeln.“

Aber warum landete Feickert, der von allen nur „Toto“ genannt wird, vor acht Jahren eigentlich im weiblichen Handball? „Ich denke, die Qualität der Trainer ist bei den Frauen nicht so gut wie im männlichen Bereich. Die qualifiziertesten Trainer gehen allein wegen des Geldes oftmals in den Männerbereich. Daher gibt es bei den Frauen noch viel Nachholbedarf. Das finde ich aber gerade spannend, da hier die Lernkurve viel schneller nach oben gehen kann und sich die Spielerinnen rasch weiterentwickeln. Handball ist relativ simpel und man kann Veränderungen gut steuern. Es ist wie bei einer Excel-Tabelle: Wenn man das verändert, passiert genau dieses und jenes“, erklärt der Trainer aus Leidenschaft.

Die größten Unterschiede liegen für ihn in der Athletik. „Frauen kommen eher über die Spielkultur. Bei den Männern geht viel über Kraft und Masse. Außerdem gibt es viele Spieler, die mit ihrer individuellen Klasse Spiele entscheiden können. Diese kreativen Straßen-Handballer sind selten bei den Frauen. Aber ich versuche, solche Dinge zu trainieren, denn sie machen den Sport interessant.“ Ist es also denkbar, dass die Zuschauer demnächst einen Kempa-Trick in der Brandenburg-Halle bestaunen können? „Durchaus, ich will den Zuschauern attraktiven Handball bieten. Aber natürlich müssen wir vor allem ergebnisorientiert spielen.“

Feickert selbst spielte als Kind Fußball und kam in der 5. Klasse zum Handball. Mit seinem Heimatverein VfL Lehre aus der Nähe von Helmstedt schaffte er es später bis in die Oberliga. „Ich bin angelernt beidhändig und habe auf allen Positionen außer als Torwart gespielt.“ Noch als A-Jugendlicher sammelte er als Trainer im Nachwuchsbereich erste Erfahrungen an der Seitenlinie. 2016 ging er zum VfL Oldenburg, wo er die Oberliga-Damenmannschaft und das weibliche A-Jugend-Bundesligateam trainierte. Seine eigene aktive Karriere stellte er dem Trainerdasein hintenan. „Ich habe auch an mich selbst einen sehr hohen Anspruch im Training, dem konnte ich nicht mehr gerecht werden. Aber vielleicht finde ich ja hier ein Team, dem ich mich anschließen kann.“ Abgesehen davon spielt er Beach-Handball und trainiert seit fünf Jahren eine Nord-Ostdeutsche Frauenauswahl-Mannschaft auf dem Sand.

Bei so viel Handball hat er als Ausgleich das Golfen für sich entdeckt und ist bereits regelmäßig auf dem Platz in Słubice anzutreffen. „Wenn man den Golfball anvisiert, denkt man an nichts anderes. So bekomme ich den Kopf frei“, verrät der gelernte Fachberater für Kommunikation, Marketing und Vertrieb, der bekennender Fan des FC Bayern München ist. „Sie haben viel Fachkompetenz und wirtschaften gut. Außerdem sagen sie auch bei unbequemen Themen ihre Meinung, das gefällt mir.“ Im Handball hat er keinen Lieblingsverein. „Die Konzepte von Borussia Dortmund und dem Buxtehuder SV gefallen mir, da man dort der Jugend eine Chance gibt. Ansonsten schaue ich Handball eher aus Trainer-Sicht und versuche, neue Anregungen für Taktiken und Spielzüge zu bekommen“, sagt Torsten Feickert und ist damit schon wieder voll in seinem Element.

Quelle Märkische Oderzeitung (17.07.2020), Hubertus Rößler

Schlagwörter: Dritte Liga

 fhc am  17. Juli 2020 - 08:15 Uhr    

01 Frankfurter HC 0 0 0:0
02 Buxtehuder SV II 0 0 0:0
03 Rostocker HC 0 0 0:0
04 SV Henstedt-Ulzburg 0 0 0:0
05 SV Grün-Weiß Schwerin 0 0 0:0
06 TV Oyten 0 0 0:0
07 HG O-K-T 0 0 0:0
08 TSV Wattenbek 0 0 0:0
09 SC Alstertal-Langenhorn 0 0 0:0
10 MTV Heide 0 0 0:0
11 HSG Mönkeberg/Schönkirchen 0 0 0:0
12 Pfeffersport Berlin 0 0 0:0

1. Spieltag

MTV Heide 00:00 Frankfurter HC 17./18.10.2020

Nächstes Spiel

Frankfurter HC gegen Rostocker HC 24.10.2020 | 16:00 Uhr | Brandenburg-Halle


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