Dank einer starken Schlussviertelstunde haben die Frauen des Frankfurter HC am Mittwochabend das Nachholspiel beim Rostocker HC mit 28:25 (13:15) für sich entschieden. Nach ausgeglichenem Spielverlauf mit wechselnden Führungen sorgte ein Fünf-Tore-Lauf vom 22:22 (47.) zum 27:22 (54.) für die Entscheidung zugunsten der personell dezimierten Oderstädterinnen. Erfolgreichste Werferinnen im Team von Trainer Wolfgang Dahlmann waren Michéle Dürrwald mit elf Toren sowie Gerda Kairyte, die fünf Mal traf.
Wegen krankheitsbedingter Ausfälle waren die Frankfurterinnen am Mittwoch nur mit 13 Spielerinnen zur Nachholpartie in die Hansestadt gereist. Dennoch gelang ihnen ein Start nach Maß und mit schnellen Toren von Michéle Dürrwald, Jessica Koconrek sowie Jessica Jander nach fünf Minuten eine 4:1-Führung. „Leider haben wir dann aber insbesondere in der ersten Hälfte zu viele Chancen ungenutzt gelassen“, monierte Trainer Wolfgang Dahlmann acht nicht verwertete Würfe aus dem Nahwurfbereich sowie zwei Siebenmeter. Daran hatte allerdings auch Rostocks gute Torhüterin Sara Peters nicht unerheblichen Anteil. „In der Deckung haben wir zudem zu passiv verteidigt und keinen Zugriff bekommen“, erkannte der Coach.
Insbesondere gegen die beiden Kroatinnen Martina Corkovic und Lara Brezenci fanden die Oderstädterinnen defensiv zunächst keine Mittel. Als Linkshänderin Brezenci beim 11:7 der Rostockerinnen nach 17 Minuten bereits das vierte Mal mit einem Schlagwurf getroffen hatte, hatte Dahlmann genug gesehen. Er nahm eine Auszeit und ließ Brezenci von Maxie Fuhrmann fortan „kurz“ decken. Das zeigte Wirkung, denn „Rostock ist dann nicht mehr viel eingefallen“, registrierte der FHC-Trainer, dass die Torgefahr der Gastgeberinnen nun größtenteils auf Spielmacherin Martina Corkovic beschränkt blieb.
Nach dem Wechsel war es zunächst Michéle Dürrwald, die die Gäste im Spiel hielt (18:17/37.). Emy-Jane Hürkamp schaffte vier Minuten später den Ausgleich, Maxie Fuhrmann die Führung für Frankfurt. Bis zum 22:22 (47.) blieb die Partie ausgeglichen. Dann machte sich auch die zweite taktische Maßnahme von Wolfgang Dahlmann bezahlt. Der Trainer hatte Maxie Fuhrmann nun zur Sonderbewachung gegen Martina Corkovic beordert. Mit einer einsatzstarken Deckung und einer sich steigernden Ashley Busse im Tor legten die Oderstädterinnen so den Grundstein zum verdienten Auswärtserfolg, den Michéle Dürrwald, Anja Ziemer, Gerda Kairyte und Jessica Koconrek spätestens beim 22:27 (54.) endgültig besiegelt hatten.
Stimmen zum Spiel
Wolfgang Dahlmann (Trainer Frankfurter HC)
Es war ein hartes Stück Arbeit. Die Gegenwehr der Rostockerinnen haben wir so erwartet, da sie sich im Laufe der Saison hinsichtlich ihrer Spielweise deutlich stabilisiert haben. Wir haben das Spiel ordentlich eröffnet, sind dann aber ins Hintertreffen geraten. Auch unsere Torhüterinnen haben erst spät ins Spiel gefunden. Die Spielumkehr haben wir ganz klar durch die Deckungsumstellung auf das offensive 5:0 plus 1 erreicht. Stolz bin ich auf die jungen Spielerinnen, die im Positionsangriff immer wieder für klare Stellungsvorteile gesorgt haben. Gratulation an Rostock für ein tolles Spiel. Mit so einer Leistung werden sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben.
Ute Lemmel (Trainerin Rostocker HC)
Die Mannschaft hat sich der Aufgabe gestellt und versucht, körperlich dagegen zu halten. Wir haben aber bereits in der ersten Halbzeit festgestellt, dass uns besonders das 1:1 der Frankfurterinnen erhebliche Kopfschmerzen bereitet hat und wir oftmals zu spät dran waren. Frankfurt hat da nicht alle Chancen genutzt und wir konnten dranbleiben, auch weil wir unsere Angriffe ruhig und überlegt zu Ende gespielt haben. Zum Schluss ist uns leider ein bisschen die Linie abhandengekommen und wir haben einige überhastete Entscheidungen getroffen. Wir gehen dennoch gestärkt in die nächsten Spiele.
Michéle Dürrwald (Rückraumspielerin Frankfurter HC)
Wenn im Kopf erst einmal verankert ist, dass man vorn nicht trifft, geht das Denken los. Und sobald das Denken losgeht, muss man den Spielfilm erst wieder aufnehmen. Ich bin sehr stolz, wie die jungen Spielerinnen die Herausforderung heute angenommen haben und man sich auf sie verlassen kann. Durch das Spiel von Maxie und Gerda wurden die Lücken für mich größer und auch Jessica Koconrek hat am Kreis gute Sperren gesetzt. Wir waren trotz der bereits feststehenden Qualifikation für die Aufstiegsrunde heute sehr motiviert. Da geht es auch um Stolz und wir wollen uns für die Aufstiegsrunde fokussieren und finden. Dafür wollen und werden wir auch das Spiel gegen Pfeffersport nutzen.
Statistik:
Frankfurter HC: Ashley Busse, Mandy Schneider – Anja Ziemer 4 (2/2), Sarah Bertelsmann, Jessica Jander 1, Gerda Kairyte 5 (3/3), Lilly Plath, Monika Odrowska 2 (0/1), Emy-Jane Hürkamp 1, Maxie Fuhrmann 2 (0/1), Michéle Dürrwald 11, Gina Kaczmarek, Jessica Koconrek 2, Trainer: Wolfgang Dahlmann.
Siebenmeter: RHC 3/2, FHC 7/5, Zeitstrafen: RHC 6, FHC 4
Schiedsrichter: Alexander Kieslich (Langen Brütz), Morten Renner (Rostock)
Zuschauer: 150
Spielfilm: 1:4 (5.), 5:6 (10.), 9:7 (15.), 11:9 (20.), 14:10 (25.), 15:13 (HZ), 17:15 (35.), 19:18 (40.), 20:21 (45.), 22:24 (50.), 23:27 (55.), 25:28 (EN).








